eKomi - garantiert nur die besten Kundenbewertungen


Wer einen Internetshop betreibt, hat viele Probleme. Die rechtliche Lage - zu Impressum, Datenschutz, Widerruf, etc. - ist ständig zu prüfen und anzupassen. Daneben muss man sich um Reklamationen kümmern und nebenbei noch dafür sorgen, dass der Kundenstamm eher größer als kleiner wird. Wie bei jedem herkömmlichen Shop gilt auch im Internet der Grundsatz der Umsatzsteigerung. Werbung ist alles. Doch Werbung ist im Internet schwierig. Banneranzeigen sind teuer und versprechen meist keine große Kundengenerierung. Umso wichtiger ist es daher, den guten Ruf des Shops zu erweitern.

Man kann darauf hoffen, dass bei Bewertungsportalen wie CIAO oder Dooyoo die Kunden korrekte und hoffentlich zufriedenstellende Bewertungen abgeben. Man kann sich als Shopbetreiber allerdings auch in professionelle Hände begeben; dort wo professionell Kundenmeinungen gebündelt und ausgewertet werden. Solch eine Firma ist eKomi. Bei eKomi wirbt man mit markigen Grundsätzen:
- Garantiert echte Kundenmeinungen
- Jede Meinung zählt

Das möchte ich gern überprüfen, da ich bei einem Besuch des getMobile-Shops auf den Bewertungsbanner von eKomi aufmerksam geworden bin. Da ich über getMobile bis dato eher den Eindruck eines schmierigen Haustürverkäufers hatte, war ich um die Kundenmeinungen umso mehr interessiert. Auf zur Bewertungsseite von getMobile. Und schon beim ersten Blick auf die Seite bin ich geradezu sprachlos. GetMobile kommt auf 4,6 von 5 Punkten (ermittelt aus 587 Bewertungen). Dabei haben die Kunden zu 99,83% positiv und zu 0,17% negativ abgestimmt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Eine Firma, welche ihren Kunden gern doppelte 24-Monatsverträge für den Mobilfunk verkauft, hat eine solch brilliante Kundenbewertung? Da ist fast kein Kunde sauer oder erzürnt? Doch. Auf der rechten ist zu lesen, dass es 28 erfolgreiche Schlichtungsverfahren gegeben hat. Aha. Ein einziger Kunde hat also negativ bewertet, der Rest konnte sich gütlich einigen. Oder wie ist diese Zahl zu werten? Es steht leider niergendwo, wie viele ungeklärte Schlichtungsverfahren gibt. Trotzdem. Ich bin misstrauisch. Also noch ein paar Versuche mit anderen Firmen.

Sparhandy (Link zu eKomi): bei ca. 6000 Bewertungen haben 5 Personen neutral und 15 Personen negativ bewertet

PosterXXL (Link zu eKomi): sage und schreibe über 3500 Kundenbewertungen, dabei 99,97% positiv, 0,03% neutral und 0% negativ

Genius Versand (Link zu eKomi): knapp 700 nur äußerst positive Bewertungen

Autopflege24.net (Link zu eKomi): über 600 Bewertungen und keine einzige Negative

Staubbeutel-direkt.de (Link zu eKomi): über 200 positive Bewertungen und 0% negativ

Tee-Versand-Shop (Link zu eKomi):  ca. 140 Bewertungen, davon 100% positiv

Das sind Traumquoten aller erste Güte. Sind die Nörgler in unserem Land ausgestorben? Gab es bei keinem der Händler wirklich nichts zu beanstanden? Selbst die Wahlbeteiligung in der ehemaligen DDR hatte geringere Werte.
Die Antwort liegt wohl im System von eKomi. Als Bewerter kann man bis zu 5 Punkte (Sterne) vergeben. Daraus ermittelt sich der gemittelte Wert aus bis zu 5 Punkten. Was nun als positive, neutrale oder gar negative Meinung gezählt wird, erfährt man leider nicht. Bei Stichproben konnte ich zumindest ausfindig machen, dass drei Sterne für ein neutral gelten. Der Rest bleibt dunkle Transparenz.

Zwei Dinge beschäftigen mich allerdings immer noch. eKomi wirbt mit der Aussage, dass es eine “redaktionelle Prüfung der Bewertungen” gibt. Das Wort “redaktionell” löst bei mir den Reflex einer Zensur aus. Es wird wohl hoffentlich nur redaktionell in die geschriebenen Meinungen der Kunden eingegriffen, um ggf. Rufschädigungen oder rechtlich verbotene Inhalte zu entfernen. Das andere Mysterium für mich ist die “Echtzeitüberprüfung der Shopqualität“. Wie das funktionieren soll, ist mir auch nach längerer Überlegung immer noch nicht klar.



Wenn ein Pop-Titan die Erde verlässt


Michael Jackson ist tot. Diese Nachricht hat sich ab Donnerstagnacht wie ein Lauffeuer in den Medien verbreitet. Viele Fernsehsender hatten am Freitagabend extra ihr Programm geändert, um dem King of Pop zu würdigen. Und selbst Youtube wurde von den Anfragen der Surfer überschwemmt. Zeitweise kam es dadurch im Internet sogar zu leichten Verzögerungen. Und auch in den Verkaufscharts bei Amazon kletterten die Alben von Michael Jackson auf die oberen Plätze.

Etwas skurril wirken jedoch die Ereignisse abseits des Todes von Micheal Jackson. Kurz nach dem Ableben wurde bereits heftigs über die Gründe spekuliert. Sein behandelnder Arzt stehts bereits jetzt in der Kritik, er hätte ihn falsch behandelt oder zu spät reagiert. War es nun die Krebsoperation oder “nur” ein Herzversagen? Die Öffentlichkeit wird wohl nie die endgültige Wahrheit erfahren.
Auch die Notfallmaßnahmen der Notaufnahme wurden bemängelt. Dabei könnte man trefflich darüber spekulieren, ob der King of Pop wirklich tot ist. Vielleicht war das Lebensende auch nur geschickt inszeniert und Michael Jackson sonnt sich zwischenzeitlich auf einer ruhigen Insel, um dort unbesonnen seinem restlichen Leben zu fröhnen.
Nachdem seine geplanten Konzerte in kürzester Zeit restlos ausverkauft waren, geht nun das Hickhack um die Kosten los. Viele Veranstalter müssen nun sehen, wie sie die Tickets wieder rück abwickeln können. Hat eigentlich Michael Jackson bereits Geld für die geplanten Konzerte bekommen? Es stand zuletzt zu lesen, dass er große finanzielle Schwierigkeiten hat. Falls es so wäre, gäbe dies der Spekulation eines fingierten Todes noch mehr Aufschub.

Und auch die angeblichen Vertrauten von Micheal Jackson krichen aus ihren Löchern, hochbrisante und geheime Details zu veröffentlichen. Es ist befremdlich zu sehen und zu lesen, wie gut manche Aussenstehende scheinbar den King of Pop gekannt haben (möchten). Mr. Thriller würde sich im Grab umdrehen, wenn er mit ansehen könnte, was alles nach über seinem Exitus verbreitet wird. Aber so ist das wohl nun einmal, wenn man während seiner Lebenszeit so massiv im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden hat. John Lennon und Elvis Presley ergingen es nicht anders.

Die Welt ist um eine wahre Popikone ärmer. Die Andenken werden unweigerlich im Wert steigen. Und die Angehörigen von Michael Jackson werden auch über Jahrzehnte noch gut von den Tantiemen leben können. Zu gönnen ist es ihnen. Nur die ganzen angeblichen Informanten sollten sich zweimal überlegen, was sie erzählen und vor allem wie.



Brauchen wir die EU Agrar-Subventionen noch?


Zitat aus der Wikipedia. “Der Anteil der Agrarausgaben am EU-Budget ist zwar rückläufig, er macht jedoch mit 43 % (ca. 56 Mrd. Euro, Stand: 2009) noch immer den größten Einzeletat aus.” 56 Milliarden Euro werden jährlich in einen ziemlich unüberschaubaren Etat gegeben, wovon ein Großteil der Gelder an Empfänger fließt, welche wissentlich nicht viel mit der Agrarwirtschaft zu tun haben. Erst kürzlich wurde Deutschland von der EU dazu angetrieben, endlich die nationalen Empfänger zu nennen. Dabei sind so namhaften Konzerne wie Südzucker, RWE oder das ein oder andere Landwirtschaftsministerium. Auch Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag provitieren von den Agrar-Subventionen.

Brauchen wir wirklich diesen übergroßen Etat an Agrarsubventionen? Wofür?
Dafür, dass Südzucker mit den über 30 Millionen die eigene Bilanz aufbessern kann? Dafür, dass RWE erst Raubbau durch Tagebau betreibt, um danach durch EU-Subventionen wieder Aufforstung betreiben kann? Dafür dass in der EU jährlich Tonnen von Tomaten vernichtet werden, weil zu viele davon angepflanzt werden? Dafür dass es einen Butterberg gibt, der mit staatlichen Geldern wieder vernichtet werden muss? Dafür dass Schweinefleisch ins  EU-Ausland exportiert wird? Dafür dass wir generell zu viele Lebensmittel aus dem Agrarbereich haben und in grenzenlosem Überfluss davon “profitieren”?

Die Landwirte erhalten steuervergünstigten Diesel, damit die (Groß)-Bauern nicht unter der Wirtschaftskrise zu leiden haben. Selbst wer eine Ackerfläche zu einer Grünfläche umfunktioniert, erhält Subventionen von der EU. Anders herum, wer einen größeren Stall für seine Tiere benötigt, erhält ebenso Geld aus dem großen Topf der Agrarsubventionen.
Das System ist denkbar schräg, dass man sich ernsthaft fragen muss, wieso in diesen Etat immer noch ca. 56 Milliarden Euro fließen. Die Agrarbranche (Landwirtschaft, Viehwirtschaft, Forstwirtschaft) sind schon seit langer Zeit komplett durchrationalisiert und entsprechen in großen Teilen einer Konzernstruktur. Kapitalistisches Denken stößt an die Grenzen der Natur. Und ein ungezügelter Hunger der Europäer zwingt die Landwirte und Viehhalter zu unökologischem Handeln. Es ist ökonomisch wirtschaftlicher, im Überfluss zu produzieren als auf minimale Knappheit der Ware zu setzen.

Der Milchpreis ist nicht zuletzt ein Spiegelbild dieser Agrarsubventionen. Gäbe es nicht so viele Milchbauern und wäre ein Großteil derer nicht durch EU-Subventionen unterstützt, würden wir heute keine Diskussion über den korrekten Milchpreis führen. Die Lage wird in diesem speziellen Fall noch durch die Macht der Molkereien verstärkt. Doch schlußendlich ist das Überangebot an Milchprodukten (Milch, Joghurt, Käse, usw.) eine Konsequenz der Subventionen.

Vielleicht hilft die Zwangsveröffentlichung der Subventionsempfänger ein wenig, die Diskussion über den Grad und die Höhe der Agrarsubvention erneut in Gang zu setzen. Es kann nicht Aufgabe einer EU-Politik sein, die natürlichen Ressourcen eines Landes durch Subventionen noch weiter zu schänden. Ein ökologischer Umgang mit der Natur ist für die Agrarwirtschaft unabdingbar, damit wir auch noch in ein paar Jahrzehnten vom selben Reichtum an Fleisch, Milch und Gemüse/Obst leben können. Mit der derzeitigen Subventionspolitik wird dies jedoch äußerst schwer.



Autopflege grotesk


Bitte einmal die Premiumwäsche.” “Danke. Das macht dann 12,50 Euro.” So könnte eine ganz normale Unterhaltung zwischen einem Autobesitzer und dem Waschstraßenmitarbeiter verlaufen. Für die Pflege ihrer Metallkutschen ist den Deutschen das Teuerste gut genug. Schließlich muss das kostenintensive Stück immer gut gepflegt werden. Der Wertverfall der 1500 Kilogramm Stahl und Plastik sind enorm genug. In dieser Idylle muss nicht auch noch ein verschmutztes Auto stören.

Es soll Zeitgenossen geben, die an und für ihr Automobil mehr Pflege aufkommen lassen als am eigenen Körper. Fürs eigene “Getriebe” nimmt man gern mal die günstigen Noname-Produkte aus dem Drogeriemarkt. Bei vielen kommt die Körperpflege nicht über das tägliche (und eventuell einmalige) Zähneputzen und das ein- oder zweimalige Duschen in der Woche nicht hinaus. Mehr braucht’s auch nicht, obwohl die Auswahl in der Drogerieabteilung nicht größer genug sein könnte.

Im Autozubehörhandel kann man sich vor der überwältigenden Auswahl ebenfalls kaum retten: Kunststoffspray, Metall- und Chrompolitur, Lederpflege, Polsterschaumreiniger, Glasreiniger, Duftbäumchen, Schaumpflege, Wisch- und Politurtücher, Unterbodenschutz, usw. Von Noname bis teure Luxusmarken findet man alles, was das Autoherz höher schlagen lässt. Bewaffnet mit einem großen Korb an Reinigungs- und Poliermitteln geht es zur wöchentlichen Putzaktion in die Waschstraße; zuerst die automatische Wäsche in der Anlage und danach die zeitraubende Handreinigung. Mit viel Ausdauer wird jedes noch so kleine Eck ausgesaugt, mit noch mehr Liebe die Politur aufgetragen, “einmassiert” und wieder entfernt.
Und damit das Auto auch noch Wochen später gut duftet, wird kurzerhand ein oder zwei Duftbäumchen in den Innenraum gehängt. Ich persönlich halte von diesen parfümierten Industrieprodukten nicht all zu viel. Denn meistens ist der Geruch so penetrant nervig, dass er mir in kürzester Zeit aufs Gemüt schlägt. Aber viele Zeitgenossen schätzen und lieben den künstlichen Duft von Tannennadeln. Egal. Hauptsache es duftet im Innenraum perfekt gut.

Aber dem Duftbäumchen nicht genug. Jeder Glasreiniger hat heutzutage sein eigenes Düftchen. Ob Orangen- oder Apfelduft, ganz normalen Glasreiniger gibt es kaum mehr. Auch der Lederspray richt entweder nach echtem(?) Leder oder nach herb-männlichen Moschuss. Die Politur gibt es in den Geschmacksrichtungen Zitrone oder Ozean. Der Kunststoffspray verbreitet sommerliche(?) oder frühlingshafte Düfte und selbst eine Schaumwäsche muss nach irgend einem chemisch-künstlichen aber dennoch natürlichem(!?) Geschmäcklein sein. Da manche der Putzfanatiker ihren letzten Obstsalat im Vorschulalter gesehen haben, ist dieser ganze Duftirrgarten nicht weiter tragisch.

In manchen Prospekten für Autoteile und Zubehör gibt es mehr Seiten für Reinigungs- und Pflegeartikel als in einem Yves-Rocher-Katalog. Geradezu wissentschaftlich wird manches Gebiet betrieben. Über das korrekte Auftragen und spätere wieder Abtragen von Polituren wurden schon ganze Sendungen im Fernsehen gefüllt. Und obwohl das Auto wieder durch Regen und Dreck gefahren wird ist es dennoch wichtig, dass alles gut richt und zumindest für den einen Sonnentag richtig strahlend sauber war.

Der Deutsche liebt sein Auto. Manche sind so sehr in ihr vierrädriges Gefährt verknallt, dass am Wochenende die Autopflege Vorrang vor der Freundin hat. Die zweibeinige Schönheit läuft ja - mit viel Zureden - nicht weg. Das Auto könnte aber vor der Sonntagstour nicht im ordnungsgemäß hochglanzpolierten Zustand sein. Das wäre weitaus tragischer als eine saure Lebenspartnerin. Eine zickige Freundin ist noch erträglich. Ein dreckiges Automobil hingegen könnte für manche Freunde der gepflegten Autoreinigung der Beinahetod sein.



Ich kann Kanzler?


Beim ZDF ist das Casting-Fieber ausgebrochen. Es wird allerdings nicht der nächste Superstar gesucht sondern Deutschlands nächster Kanzler. Ganz ernst zu nehmen ist dieses Casting jedoch nicht. Denn keiner der Protagonisten wird ernsthaft von sich behaupten, über dieses Kanzler-Casting es in den Bundestag zu schaffen - und erst recht nicht Kanzler zu werden. Die 40 Kandidaten stellen sich dabei einer Jury aus Henning Scherf (früherer Bremer Bürgermeister), Günther Jauch und Anke Engelke. Doch ist es so einfach mit “Ich kann Kanzler“?

Das ZDF ist natürlich nicht von alleine auf eine solch grandiose Talentshow gekommen. Zum Vorbild hatte man Canada’s Next Great Prime Minister. Der Ansatz und die Umsetzung sind relativ identisch. Bei der deutschen Ausgabe von “Ich kann Kanzler!”haben sich ca. 2500 Bewerber online registriert. Übrig geblieben davon sind 40 Kandidaten, welche in einem Zusammenschnitt am 18. Juni im ZDF dem Fernsehzuschauer präsentiert wurden.
Nicht dass ich diese Idee eines Kanzler-Castings schlecht finden würde. Ganz im Gegenteil. Eventuell hilft es, gerade das jüngere Publikum vor die Mattscheibe zu locken und sich wieder vermehrt für die politischen Belange zu interessieren. Doch das Ergebnis enttäuscht indes in jeglicher Hinsicht. Was man in “Ich kann Kanzler” zu sehen und vor allem zu hören bekam, erinnerte ungemein an die platten Wahlkampfparolen der Gewerkschaften oder linker Jusos. Man müsse mehr mit dem Volk arbeiten. Das Volk stehe im Zentrum der Politik. Die Politiker sollten sich vermehrt und die Belange der Bevölkerung kümmern. Soweit ich mich schwach erinnern kann, wurde kein einziges Mal das Wort Wirtschaft in Verbindung mit Konzernen bzw. Unternehmen gebracht. Auch das Thema Subventionen wurde einigen Teilnehmern nur dann in den Mund genommen, wenn damit nur die Vorteile fürs Volk erkennbar waren. Weitere Themen bei den Castings waren: Bildung, Steuerrecht und die Politikverdrossenheit.

Dass das Volk mittlerweile eine ausgeprägte Politikverdrossenheit zeigt, ist weithin sichtbar. Bei der Europawahl vor knapp zwei Wochen wurden alle Parteien abgestraft. Die Wahlbeteiligung war mit 42,4% selten niedrig. Über die Gründe könnte man ausführlich streiten. Ein Hauptgrund dürfte jedoch die Gleichgültigkeit der Wähler sein. Viele Bürger erwarten von den Politikern nicht mehr viel oder nichts, was sich in der Zukunft ändern könnte. Viele sind der Meinung, dass die Politiker den Wirtschaftsbossen näher stehen als dem Wahlvolk. Von dieser Warte betrachtet, hatten die Teilnehmer des Kanzler-Castings die besten Voraussetzungen erfüllt, um auf die Stimmen des Volkes zu hören.
Doch Politik endet nicht am Gartenzaun. Wer als Politiker nicht das Ganze sieht und erkennt, sollte kein Staatsvertreter werden. Wer nur für das Volk arbeitet macht die selben Fehler wie viele unserer jetzigen Abgeordneten, welche kaltschnäuzig nur den Vorgaben der Wirtschaft folgen. Beides ist falsch und beides ist nur die Hälfte der Arbeit.

“Ich kann Kanzler!” ist also nicht mehr und nicht weniger der verzweifelte Hilfeschrei junger Wähler, wohin sich das politische Blatt wenden sollte. Das Ruder gleich um 180 Grad rum zu reißen, ist sicherlich nicht der richtige Weg. Für eine Casting-Show im ZDF hat es allemal gereicht. Und dass das Volk eine eigene Stimme hat, welche am Ende auch noch erhört wird, dafür hat man beim ZDF sich etwas ganz geniales einfallen lassen. Das Finale wird am 19. Juni ab 21.15 Uhr live im Fernsehen übertragen und der mündige Zuschauer kann dann per Televoting seine Stimme abgeben. Das ist besser als jede Kommunalwahl. Aber schlussendlich doch ein einfach gestricktes TV-Casting mit jungen Teilnehmern, einer Jury und dem Zuschauer mit der Hand am Telefon.

Der Arbeitstitel von “Ich kann Kanzler” hieß beim ZDF intern bestimmt “Wir können auch Casting”. Denn mehr bleibt am Ende von dieser Kanzlersuche nicht übrig. Und solange das (TV)-Volk nur bequem vom Sofa aus per Telefon abstimmt, solange wird auch die Politikverdrossenheit die selbe bleiben.



Das Rasierklingen-Monopol


Neben dem elektrischen Rasierapparat verwenden viele Männer immer noch den guten (alten) Nassrasierer. Die Geräte sind meist recht günstig zu erwerben. Nur bei den Klingen schlagen die Hersteller kräftig zu. Stellenweise hat man den selben Eindruck wie bei den Billigdruckern. Man erwirbt für nen Appel und nen Ei das Gerät, darf aber dann spätestens bei den Folgekosten (für die Patronen) ganz kräftig in die Tasche langen. Bei den Klingen für Nassrasierer herrscht ein ähnlich perfides Preisgefüge. Verschlimmert wird die Tatsache noch durch den Umstand, dass sich Gilette (Procter & Gamble) und Wilkinson Sword (Energizer Holdings) ein eindeutiges Monopol auf dem Markt der Nassrasierer geschaffen haben. Und wie in einem Monopol üblich, werden dort die Preise diktiert.

Wie oft brauchte man schon einen neuen Satz Klingen für seinen Nassrasierer? Dabei stellt sich jedesmal die selbe Frage: wo bekomme ich die Klingen möglichst günstig? Man sucht verzweifelt nach Sonderangeboten, Aktionen oder gar Restposten. Vergebens. Ganz selten findet sich in den Kaufhäusern ein reduziertes Angebot für die Produkte von Gilette oder Wilkinson Sword; und wenn dann nur für die ansonsten hochpreisigen und neueren Modelle bzw. Produkte. Schließlich müssen die Neuentwicklungen verkauft werden. Kein Mann soll auf die Idee kommen, sein alter Rasierer wäre (heute) noch gut genug. Die neuen Modelle versprechen - durch zig Patente geschützt - verbesserte Rasierleistungen. Kleiner Schönheitsfehler: zum Beispiel kostet ein Pack Rasierklingen mit 4 Stück für den Gilette Fusion unschlagbar “günstige” 15 Euro. Für den selben Preis bekommt man beim Modell Mach3 dagegen 8 Klingen. Wer beispielsweise den alten Mach3 (von Gilette) besitzt, der kann sich die Suche nach günstigen Angeboten sparen. Die gibt es nämlich nicht (mehr). Überall wo man schaut, sieht man einen Fast-Standardpreis.

Der findige Neuzeit-Jäger gibt bei seiner Suche nach günstigen Klingen nicht sofort auf und forscht nach alternativen Quellen. So wollte ich mich bei eBay einmal umschauen, ob man dort eventuell preisgünstige Klingen ersteigern kann. Und siehe da, diese Angebote gibt es. Zumindest auf den ersten Blick. Sobald man allerdings die eBay-Suche verlässt und ein konkretes Angebot aufruft, erlebt man den wahren Monopol-Segen. Das Angebot ist von eBay gesperrt - und zwar durchgehend alle von Gilette und Wilkinson Sword. Im Erläuterungstext von eBay ist zu lesen, dass nach einer Entscheidung des französischen Handelsgerichts, der Handel mit bestimmten Kosmetikprodukten auf eBay nicht zulässig ist, da nach französischen Gesetzen und Bestimmungen zum Warenvertrieb die gesperrten Produkte vom Handel ausgeschlossen sind. eBay hat nach eigenen Aussagen auf diesen Gerichtsentscheid Widerspruch eingelegt.

Ein Monopol ist für die Hersteller eine feine Sache. Der Markt wird stark reglementiert und die Preise für die Produkte untereinander diktiert. Andere Angebotsquellen werden - wie im Falle von eBay - gleich komplett vom Handel ausgeschlossen. Es wäre auch noch schöner, wenn man plötzlich einen 4er-Pack Rasierklingen für 5 Euro bekommen könnte. Dieses Rasierklingen-Monopol gehört mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit wir Männer uns auch morgen noch den Schaum um den Bart schmieren können, und nicht Angst laufen müssen, die Rasur hätte gerade 10 Euro kosten können.



Das Update auf Wordpress 2.8 bringt Probleme


Gestern wollte ich die neue Version von Wordpress 2.8 installieren. Seit der letzten Version gibt es innerhalb von Wordpress einen Menüpunkt “automatisch aktualisieren”. Dies war jedoch ein Fehler. Die Aktualisierung verlief problemlos. Auch meldete der Updateprozess am Ende keine Fehler. Doch beim erneuten Aufruf des Adminbereichs oder des Blogs funktionierte gar nichts mehr. Der Server blieb in einem Timeout stecken.

Eine Suche im Internet brachte keine vernünftige Lösung für das Problem. Viele Nutzer berichten von Problemen im Zusammenhang mit dem Provider all-inklusive. Bei anderen Providern scheint dieses Problem nur vereinzelt oder gar nicht auf zu treten. Generell wird vom dem Update empfohlen, alle Plug-Ins zu deaktivieren, um sie nach der Installation wieder zu deaktivieren. Aber auch diese Methode brachte bei mir keine Besserung der Lage.
Andere Nutzer berichten wiederum, dass “der Schuldige” die Sprachdatei im Verzeichnis wp-content/languages sein könnte. Andere hingegen vermuten das Problem im wp-options-manager.

Wie dem auch sei. Für Betreiber eines Wordpress-Blogs im Zusammenhang mit dem Betreiber all-inklusive ist derzeit strengstens von einem Update auf Wordpress 2.8 abzuraten. Solange der wahre Grund für die Störung nicht gefunden ist, sollte man bei seiner jetzigen Wordpress-Version bleiben und abwarten.



Spiegel-Online im kapitalistischen Gehorsam


Am Freitag endete das  Internationale Deutsche Turnfest in Frankfurt am Main. Alleine zur Abschlussveranstaltung kamen ca. 40.000 Zuschauer, um in einer 90 minütigen Choreographie die knapp 2.500 - teils internationalen - Turner in einer aufwendigen Show bewundern zu können. Daneben gab es während des einwöchigen Turnfestes täglich viele andere Veranstaltungen zu besuchen.
Zehntausende Sportler haben in unterschiedlichen Sportarten gegen gekämpft. Von Amateuren bis bin zu Spitzensportlern, von jung bis alt sind sie in den Wettkämpfen gegeneinander angetreten. Im vielen Städten im Großraum Rhein-Main konnten auch alle Bürger und Besucher/innen an vielen Tests und kleineren Spielen teilnehmen. Das Deutsche Turnfest 2009 wurde von den Veranstaltern als überaus gelungen bezeichnet.

Spiegel-Online hat die ganze Turnfest-Woche mehr oder weniger totgeschwiegen. Einzig und allein der Auftritt von Fabian Hambüchen war Spiegel-Online einen Zweizeiler wehrt. Nun ist Spiegel-Online sicherlich zu keiner Meldung verpflichtet. Dem unabhängigen Verlagshaus steht es frei, welche Nachrichten online gestellt werden und welche nicht. Etwas seltsam in diesem Zusammenhang erscheint der lange Artikel Fitness-Discounter stemmen die Krise, welcher am selben Freitag auf Spiegel-Online veröffentlicht wurde. In diesem Beitrag wird von der boomenden Fitnessbranche berichtet. Die Zahl der Mitglieder steigt laut Artikel von Tag zu Tag und speziell die Fitness-Ketten mit Niedrigpreisen profitieren von diesem Trend. Aufgehübscht wurde der Artikel mit 12 Bildern rund um die McFit Fitness Company. Eigentlich handelt der ganze Beitrag einzig und allein um McFit.

Ist es also purer Zufall, dass die privatwirtschaftlichen Fitness-Buden am letzten Freitag ausgiebig in einem “Werbebeitrag” gewürdigt wurden? Oder fühlt man sich beim Spiegel-Verlag nicht berufen genug, den Vereins- und Breitensport zu würdigen? Man muss in diesem Fall nicht von einem Skandal sprechen, aber es weht ein ordentlicher kapitalistischer Gehorsam durch die Spiegel-Redaktionen. Obwohl die privaten Verleger unabwägig gegen die Öffentlich-Rechtlichen wettern, kann in diesem Fall eine Lanze für die ARD gebrochen werden. Beim Ersten Deutschen Fernsehen hat es das Deutsche Turnfest sogar in die Tagesschau und in die Tagesthemen geschafft.



Englisch für Wegrenner


Eine korrekte englische Aussprache zu besitzen und schwierig genug. Korrekt Englisch zu schreiben, ist es manchmal allerdings noch viel mehr. Wörter werden im Englischen nur am Satzanfang groß geschrieben oder es handelt sich um Land und Leute. Man kann von Glück reden, dass die Produzenten dieses Banners nicht noch einen Bindestrich eingebaut haben: Drink-Water!

Banner: 'Drink Water'

Mögliche Variationen wären noch gewesen: Water! Drink! oder Drink, Water! oder auch Water-Drink!
Da bleibt man doch lieber beim guten deutschen Wasser und prostet sich zu: “Trink Wasser.”



Wer nervt unter der Telefonnummer 0621-1233500?


Es sind Wahlen. Da ist es ganz wichtig, dass die deutschen Meinungs- und Forschungsunternehmen sich in der Bevölkerung umhören und nach deren Stimmungslage fragen. Daran ist an sich nichts einzuwenden. Doch oft endet dies in einem völlig entnervten Telefonanruf.

Vorgestern Abend klingelt das Telefon. Im Display leuchtet die Nummer 0621-1233500 auf. Wer mag das wohl sein denke ich mir, und nehme das Gespräch an. Am anderen Ende ist ein völlig enthusiastischer Call-Center-Mitarbeiter und meldet sich mit “Hallo, hier ist Herr X von der Forschungsgruppe Wahlen.” Oh nein, denke ich mir und bin schon fast geneigt, gleich wieder aufzulegen. Ich habe nämlich prinzipiell keine Lust, meine Meinung in solchen Befragungen kund zu tun. Der anfangs nette Herr schafft es dennoch, durch sein Dauergequatsche mich in ein Gespräch zu verwickeln. Schnell entwickelt sich dieses allerdings zu einem kleinen Streitgespräch. Ich erkläre ihm, dass ich an solchen Befragungen keine Lust habe. Diese Aussage genügt ihm nicht und bequatscht mich, ob ich nicht dennoch mal Interesse an einer solchen Befragung hätte. Auf mein eindeutiges Nein geht er erst gar nicht ein. Für ihn ist es eher wichtig zu erklären, worin der Sinn und die Wichtigkeit solcher Meinungsforschungen liegt.
Dass ich immer noch nichts von solchen Telefonanrufen halte, scheint ihn nicht weiter zu interessieren. Er weitet das Gespräch in Richtung allgemeine Stimmungslage aus und findet es gerade deshalb wichtig von mir zu wissen, wie ich zu der aktuellen politischen Lage stehe. Offensichtlich ist mein Gegenrudern für ihn ein weiterer Ansporn, das Gespräch weiter zu führen. Nach ca. 5 Minuten erkläre ich ihm, dass die Befragung unter diesen Umständen keine sachliche Aussage hervor bringen würde. Je mehr “angefressen” ich durch das Telefonat bin, um so mehr negativ und einseitig würden meine Aussagen ausfallen. Er kontert erneut: “Haben Sie nicht doch Lust, an solch einer Befragung teilzunehmen?” “Nein!” lautet meine unmissverständliche Antwort. Um mir nicht länger die Zeit zu stehlen und dennoch gute Manieren zu zeigen, erkläre ich ihm eindeutig das Gesprächsende. Darauf geht er allerdings nicht ein. Ich wiederhole meine Abschiedsfloskel: “Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und hoffe, dass Sie bei anderen Teilnehmern mehr Glück haben.” Keine Antwort, keine Abschiedsformel seinerseits. Kurze Stille. Dann wieder: “Haben Sie nicht doch Lust, nun die Umfrage zu machen?”Nein, wie oft soll ich Ihnen das noch erklären? Tschüss!“. Wieder keine Reaktion. Ich habe dezent das Gefphl, dass er sich über den Verlauf dieser Unterhaltung amüsiert. “Wollen Sie nicht vielleicht doch?” Meine Kurzantwort: “Auf wiedersehen!“. Er wieder: “Ich finde es … “. Ich: “Tschüss!“. Er nimmt für einem Satz Anlauf, doch da bin ich mit dem Auflegen bereits schneller.

Am nächsten Abend klingelt wieder das Telefon. Die selbe Nummer. Oh nein denke ich mir und begrüße den Call-Center-Mitarbeiter prompt mit “Bitte nicht schon wieder.” Der ist etwas verdutzt über die Begrüßung und kontert mit: “Ja, ich habe hier im System eine Nachricht, dass wir Sie erneut anrufen sollen.” Bitte was? Meine Aussagen von gestern haben wohl nicht genügt. Der andere Kollege sah sich wohl genötigt, dieses kleine Streitgespräch im System zu speichern mit den Hinweis, dass ich erneut angerufen werden sollte. Frechheit. Ohne meinen Gesprächspartner groß zu Wort kommen zu lassen, erkläre ich ihm die Lage von gestern. Und ich weise ihn unmissverständlich darauf hin, dass ich an solchen Befragungen Null Interesse habe. Und um einen dritten Anruf zu verhindern, bitte ich ihn, meine Nummer aus dem System zu löschen. Er nimmt dies zur Kenntnis und bedankt sich etwas kleinlaut für die Störung.

Wer hat mich da nun angerufen? Eine kurze Recherche zu der Telefonnummer führt mich zu der Internetseite der Forschungsgruppe Wahlen. Die Forschungsruppe Wahlen ist ein eingetragener Verein und ist - laut eigenem Hinweis - für die wissenschaftliche Beratung und Betreuung von Wahlsendungen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) zuständig. Das ZDF steckt also hinter diesen nervigen Anrufen. Es ist etwas befremdlich, dass ein solch penetrant auftretendes Meinungsforschungsinstitut von einem öffentlich-rechtlichen Sender finanziert oder zumindest durch GEZ-Gelder unterstützt wird. Es ist zu hoffen, dass bei den Befragungen nicht solch sinnfreie Ergebnisse wie das ZDF-Krisenbarometer dabei rauskommen.

Und hier noch ein kleiner Hinweis für die Forschungsgruppe Wahlen. Ich gehe am Sonntag natürlich zur Europa-Wahl. Und zum Glück kann ich mein Kreuz nicht beim ZDF machen. Denn dieser Fernsehsender würde von mir keine Stimme bekommen.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: