Inventurverlust als Grund für die Überwachung bei Lidl
Seit heute liegt in den Filialen des Discounters Lidl ein Informationsschreiben für die Kunden aus. Es nimmt Stellung zu den öffentlichen Vorwürfen gegen den Lidl-Konzern. In warmen Worten entschuldigt sich die Geschäftsführung für die Vorgehensweise der Detektei. Ebenso nimmt das Schreiben Stellung zur Beschuldigung, man hätte die Mitarbeiter nach Stasi-Methoden überwacht.
Doch, warum hat Lidl überhaupt die Überwachung in Auftrag gegeben? Wegen den Verlusten aus der Inventur - sprich wegen geklauter Ware oder falsch abgerechneter Pfandauszahlungen. Auch hierzu gibt das Schreiben die nötige Auskunft: “… in Filialen mit extrem hohen Inventurverlusten …” und weiter “… musste sich Lidl im letzten Geschäftsjahr mit einem Inventurverlust in Höhe von 80 Millionen Euro auseinandersetzen.” Der Umsatz der Lidl-Filialen betrug im letzten Jahr stolze 13 Milliarden Euro.
Lidl schiebt einen Umsatzverlust von 0,6 Prozent als Grund für die Überwachung vor. 0,6 Prozent! Dies ist nicht nur lächerlich sondern hochnot peinlich als Ausrede. 0,6 Prozent sind in dieser Branche ein sehr niedriger Wert. In manchen Geschäften rechnet man mit mindestens 5 Prozent Inventurverlust.
Lidl hat einen ganz großen Bock geschossen. Die Angelegenheit bringt nicht nur die Geschäftsleitung in Misskredit. Auch die Kunden erhalten dadurch einen anderen Blick auf das Unternehmen. Die Entschuldigung seitens der Geschäftsführung war nötig und richtig. Doch der Grund für die Überwachungsmaßnahmen ist nicht nur fadenscheinig sondern mehr als lachhaft.










