Neue Zeitschrift vom Bauer-Verlag ‘Woche Heute’


Sollte es um den Preis für den bescheuertesten Titel einer Zeitschrift gehen, hätte damit der Bauer-Verlag mit “Woche heute” problemlos den ersten Platz belegen können. Um die idiotische Wahl des Titels soll es allerdings nicht gehen. Vielmehr geht es in diesem Beitrag um den Inhalt dieser Zeitschrift. Der Schwerpunkt dieses Frauenmagazins soll auf dem Gebiet Gesundheit liegen. Alleine 15 Seiten sind für den Medizin-Teil vorgesehen. Besonders brisant an der Fokussierung auf das Thema Medizin und Gesundheit: das Magazin Kontraste (der ARD) hat in der letzten Ausgabe heraus gefunden, dass die Pharmaindustrie über spezielle Medienagenturen versucht, die Berichterstattung und den Inhalt vieler Zeitschriften zu beeinflussen. Ziel ist es, damit Werbung für bestimmte Medikamente zu machen, obwohl dies laut Heilmittelwerbegesetz verboten ist.

Das Heilmittelwerbegesetz legt fest, dass eine Werbung bzw. eine direkte Werbung von pharmazeutischen Firmen für  Produkte am Patienten verboten ist. Das Verbot gilt für alle verschreibungspflichtigen Medikamente und soll damit Patienten vor Manipulation durch Pharmafirmen schützen. Das Magazin Kontraste hat allerdings herausgefunden, dass es den Pharmakonzernen immer wieder gelingt, in entsprechenden Blättern versteckte Werbung für ihre Medikamente zu platzieren. Möglich wird dies, in dem die Pharmkonzerne durch Zwischenschalten eine darauf spezialisierten Agentur sich bei den entsprechenden Zeitschriften einkaufen. Die Agentur schreibt für Redaktionen dieser Zeitschriften die Beiträge und diese werden dann mit Zustimmung und unter Mithilfe der Chefredaktion im Blatt abgedruckt. In den Beiträgen kommen angebliche Fachärzte zu Wort, welche für ein medizinisches Problem X ist das Produkt Y (der besagten Pharmafirma) anpreisen. Meist mit so blumigen Formulierungen wie “Jetzt gibt es endlich Heilung für Patienten mit dem Problem X …”.

Schon im Jahre 2007 hat das ARD-Magazin Report aus Mainz aufgeklärt, dass Pharmakonzerne das Werbeverbot gekonnt umgehen, in dem sie fingierte(?) Patienten-Initiativen geschaffen haben. Diese Initiativen zitierten in Broschüren für ein medizinisches Problem wie Cholesterin neue Heilmethoden. In diesen Broschüren aufmerksam gemachte Patienten sollten sich auf Internetseiten oder anderen Ratgebern weiterführende Informationen besorgen. Am Schluss landete man - früher oder später - bei einem ganz speziell beworbenen Produkt vom Pharmakonzern X.

Die neue Zeitschrift “Woche heute” aus dem Bauer-Verlag bietet mit seinem großen Medizin-Teil ein wahres Einfallstor für diese Machenschaften der Pharmaindustrie. Und es darf mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Pharmakonzerne speziell dieses Blatt dazu nutzen, über verschlungene Wege illegal ihre neuen Produkte zu vermarkten und bewerben. Markus Grill aus der Stern-Redaktion führt schon seit fast zwei Jahren einen eigenen ‘Pharmablog’ dazu. Es darf gespannt sein, wie sich in der Zukunft die Pharmakonzerne verhalten und was eventuell Herr Grill noch weiteres aufdeckt.



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Leserkommentare

Warum werden in den Zeitschriften die Lösungen der Rätsel über Internet einzugeben, aber leider nimmt das Internet die Vorgaben nicht an. Zum Beispiel http://www.raetsel-treff.de wird nicht angenommen, warum?



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